Fragen wird man sich stellen müssen …
… aber wie bei so vielem, vielleicht auch mal in eine andere Richtung.
Um es vorweg zu nehmen, ich finde das was auf der »Loveparade« passiert ist, tragisch. Sehr tragisch, und es wäre mit Sicherheit zu verhindern gewesen. Allerdings werfen sich für mich doch Fragen oder Beobachtungen auf, die ich irgendwie nicht so stehen lassen kann.
Was mich als erstes wunderte, war das die Loveparade auf diesem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofes stattfand. Was bitte hat das noch mit der Loveparade von 1989 zu tun? Für mich ein Zeichen, das man mit diesem Namen, der mit dem Ursprung dieser Veranstaltung wenig zu tun hat, Kasse machen will, und wie sich ja nun heraus stellte, Kasse auf Kosten von Menschenleben. Wie bitte kann ich eine Veranstaltung für 250.000 Menschen anmelden, und dann 1 Million Menschen auf das Gelände lassen? Wobei mit der 1 Million Menschen habe ich so meine Zweifel. Ok, die Loveparade ist damit Geschichte, war sie für mich schon 2006.
Über die Berichterstattung der Medien braucht man sich ja nicht weiter auszulassen. Allen voran die Bildzeitung, was ja wenig verwundert. Als Randbemerkung fiel mir dann Twitter auf. Gut, die Nachricht habe ich hier als erstes gelesen, was dann aber folgte kann ich nicht mehr nachvollziehen. Da werden Mitleidsbekundungen abgesetzt, was ich ja irgendwo noch verstehen kann (übrigens habe ich noch nie Mitleidsbekundungen für täglich sterbende Kinder in Afrika gelesen), allerdings drehte sich das nach dem ersten Entsetzen in eine andere Welle um (so habe ich es in meiner Timeline zumindest sehen können) jetzt war der in, der einen Menschen vermisste (toll, ich kenne jemanden, der jemanden kennt der wohl evtl. auch da ist), aber die Krönung waren dann doch die Handybilder und Handyvideos die rumgereicht wurden. Wie pervers ist das bitte? Wie kann ich in so einer Situation das Handy rausholen und Verletzte gar Tote fotografieren oder per Video aufnehmen? Darüber regt sich keiner auf, multimediales Interesse nennt man das wohl in der heutigen Zeit – Entschuldigung, mir wird dabei nur schlecht, und diese Leute sollten sich einfach nur schämen. Mir reicht es, wenn ich von 19 Toten lese, von einer Massenpanik etc., das muss ich nicht noch in Bildern sehen. Aber es ist wohl ein Zeichen der Zeit.
In dieser Diskussion kommt man natürlich um eines nicht herum, Eva Hermann. Hat jemand den Artikel von ihr wirklich gelesen?
Ich zitiere mal einen kleinen Auszug: Nein, tue ich dann doch nicht. Mit Verlaub, ich mag Leute die einfach mal eine etwas gewagte These in eine Diskussion werfen, aber das was hier steht, ist einfach blanker Unsinn (und ich habe den Artikel mehr als einmal gelesen, um es irgendwie zu verstehen). Ich schließe mich in diesem Fall einmal etlichen Meinungen an:
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.
Interessant war übrigens, wie oft dieser Artikel online und dann doch wieder offline war. Sollte der Link also nicht funktionieren, hat der Verlag wohl ein einsehen gehabt.
2 sagten etwas
Dann sag mal etwas...
ein “selber schuld” auf 12 absätzen. sehr schön.
diese frau schaffts aber auch immer wieder.
…diese sensationsgeilheit ist einfach wiederlich…am besten dann in 30 Jahren sagen: Weisst Du noch? Damals, 2010….blabla.
Du hast recht, es gibt soviel Mißstände in der Welt, so tragisch diese Sache auch ist, über die sich nach ner Weile keiner mehr aufregt, so nach dem Motto: kennt man schon, Schnee von gestern. Das ist das wirklich traurige. Golf von Mexico??? Ach ist doch schon alt. Mal wieder 40 Tote bei nem Bombenanschlag? Phhh, olle Kamellen…
Tja, so macht das interlektuelle Rumdümpeln Spass, jeden Tag ne neue Horrorshow.