Archiv für den Monat März, 2009
Der gute Deutsche von Nanking
Die Chinageschichte zieht sich glaube ich seit 1999 wie ein Faden durch mein Leben. Meine damalige Freundin ging für ein Jahr nach China (wer fängt eigentlich solche Beziehungen erst an?), und HerrSch. saß hier in Deutschland und lernte den Kontakt per eMail kennen, eigentlich war es der Kontakt: Bremen – Karstadt Internet Terminal –Shanghai, denn, und die Zeit gab es auch, bei Karstadt gab es noch ein Internetcafe und HerrSch. hatte keinen eigenen Computer.
In dieser Zeit habe ich auch Mao´s “Der Lange Marsch” (für die Chinesen unter uns 長征 / 长征) gelesen. Beeindruckend, wenn man allerdings hinter die Kulissen guckt – nicht so toll, gelinde gesagt. Nachdem ich letztens irgendwann im Nachtprogramm von Phönix eine Doku über Mao Zedong (für die Chinesen unter uns 毛澤東 / 毛泽ä) gesehen hatte, dachte ich mir, es könnte nicht schaden, mal wieder etwas über chinesische Geschichte zu lesen. Daher:
Kein Ereignis der jüngeren chinesischen Geschichte ist so sehr zum Mythos stilisiert worden wie der legendäre “Lange Marsch”. Was bis heute als Geburtsstunde des modernen China gefeiert wird, als heldenhafter Sieg der chinesischen KP, war in Wahrheit eine miserabel geplante, chaotisch durchgeführte, äußerst verlustreiche Operation der Führung um Mao Zedong. Siebzig Jahre später ist die Chinesin Sun Shuyun der Marschroute gefolgt. Ihre fesselnde Reportage zeigt erstmals wie es wirklich war.
Sehr interessantes Buch. Wie Henry Kissinger in einem Interview mal sagte:” Neben Hitler, Stalin und all den anderen gehört Mao Zedong mit über 10 Millionen Toten zu den Massenmördern des letzten Jahrhunderts …”
Gestern Nacht nun der Bericht “Nanking 1937. Tagebuch eines Massakers: Die Geschichte des Hamburgers John Rabe” im WDR. Der Hamburger Kaufmann John Rabe gilt in China als Held. Rabe vertrat die Firma Siemens seit 1931 in Nanking und rettete in seinem Haus und Garten 600 Menschen vor Mord und Totschlag durch die japanischen Truppen, die im November und Dezember 1937 Nanking angriffen. Die Japaner waren seit 1930 auf einem Eroberungsfeldzug in China – auf der Suche nach Bodenschätzen und Land. Ihre Opfer in Nanking: 300.000 Zivilisten und Soldaten, darunter viele Kinder. Meist erlebten diese mit, wie ihre Eltern von japanischen Soldaten getötet oder missbraucht wurden, viele wurden selbst vergewaltigt – Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Einige von ihnen fanden in John Rabes Garten Schutz….. Wer mehr darüber wissen möchte, der findet hier einen Link beim WDR.
Unvorstellbar, was dort passiert ist, und was dieser Mann dort gemacht hat. Immerhin 70 Jahre später bekommt er dafür einen Kinofilm, den ich mir auf jeden Fall ansehen werde, und wenn man die ganze Geschichte mal durch hat, wird man feststellen, das es doch noch andere Leute wie Oskar Schindler gab, denn der, auch bei allem was er für die Leute getan hat, hat dabei noch Geld verdient. John Rabe allerdings, hat das einfach aus menschlicher Größe (wenn es denn so etwas gibt) getan.
Hut ab, vor diesem Mann – den bisher so wenig Menschen kennen …
Übrigens: John Rabe starb 1950 mittellos in Berlin. Dort hatte er 1938 vergeblich versucht, Hitler mit einer Dokumentation des Massakers davon zu überzeugen, sich von den Japanern loszusagen. Rabes öffentliches Eintreten war der NS-Führung unangenehm. Am 15. Mai 1938 wurde er von der Gestapo verhaftet und zum Schweigen verpflichtet …..
Bis heute hat er seitens Siemens keine angemessene Würdigung erfahren. Anders verhielten sich chinesische Freunde. Sie schickten John Rabe bis 1949 Carepakete nach Berlin. Außerdem sammelten sie hundert Millionen chinesische Dollar (umgerechnet rund zweitausend US-Dollar), die sie nach Deutschland schickten.
Quelle: WDR
Keiner sagte etwasKauftip: Blood Bath Shower Curtain
Letztens hatten wir hier ja schon die Badematte, jetzt passend dazu, der Duschvorhang.
Ich weiss, das sich jetzt jemand Gedanken macht, bezüglich meines Zustandes, aber a) ist doch alles nur Spass und b) meine Mutter ist immer bei mir …..
HerrSch. im Kaufrausch
Nach dem die Geschichte mit dem neuen Bett für HerrnMoritz unter Dach und Fach gebracht war (Habe ich schon mal erwähnt das ich das Beste an eBay die PayPal Zahlung finde?), musste für HerrnSch. auch etwas her, irgendwas …
Es gibt doch nichts schönes, als an einem Sonntag Nachmittag sich durch eBay treiben zu lassen, und dann finde ich das:
Da konnte ich nicht anders. 3-2-1 meins. Mir fehlen die Worte …
… eine Originalausgabe von 1968.
Erkennen Sie mein Problem? (Teil 3)
Der werte Leser erinnert sich? Nun standen wir also im Zentrum der 1000 Gläser. Na das wird lustig denke ich mir, und steuere Zielsicher (ich kann ja sehen) auf die erste Wand zu. Die gefällt … ein Brillengestell von Ray-Ban. Der fragende Blick von HerrnLübke veranlasste mich zu einem kurzen Vortrag über Ray-Ban Sonnenbrillen und das das ja wohl das Beste wäre, und wenn ich ja ab nun als sehbehindert gelte, ich mir doch wohl auch das Beste aussuchen könnte. Klar … schlappe 175,00Euro für das Gestell, das geht doch, und rechne im Kopf die 25,00Euro für die Gläser hinzu. Also 200,00Euro fand ich ganz moderat….
Haben Sie, werter Leser, schon einmal versucht eine Verkäuferin bei Fielmann anzusprechen? Die sehen einen nicht, keine Chance. Na und das in einem Brillenladen. “Du mußt Dich an einen Tisch setzten, dann kommt jemand” raunt mir HerrLübke zu. Ja klar, wir wollen ja auch einen Teppich kaufen, und dann bringt uns bestimmt jemand noch Tee. So ein Unsinn, man kann sich doch nicht irgendwo an einen Tisch setzen. Nach weiteren 10 Minuten habe ich dann eine Verkäuferin gefunden, bei der ich gehör für mein Anliegen finde. Ich mag gar nicht daran denken, wenn, altersbedingt mein Gehör nachlässt, wer weiss in was für Läden ich dann lande. Aber ich schweife ab, um es kurz zu machen, mit Ray-Ban war nichts, da die Brillengläser mindestens 3cm hoch sein müssen, weil ich ja nun weder nah noch fern gucken könnte. Also wieder ein “neues” Gestell aussuchen – irgendwie sehen die alle gleich aus – fündig geworden, Fielmann Gestell (wie uncool). Gläser 52,00Euro pro Stück! und die Fassung (so heißt das nämlich und nicht Gestell) kostete auch nochmal 50,00Euro oder so, denn so ganz steige ich da nicht hinter, natürlich schließt man auch eine Versicherung ab, das macht dann eine Ersparnis von … das ist nicht mehr nachvollziehbar. Letztlich bin ich mit 154,00Euro dabei. Ich glaube der Preis lag bei 225,00Euro und HerrLübke und ich mussten dann doch lachen, als die Verkäuferin das ganze auf einem extra Blatt Papier ausrechnen musste.
Nun warte ich also auf die SMS … und die sollte kommen.
4 sagten etwasHerr Moritz im Kaufrausch …
… zumindest hat er mit ausgesucht. Als erstes braucht der Hund ein neues Halsband und eine neue Leine.
Schon gab es den ersten Zoff. Wenn es nach HerrMoritz gegangen wäre – sofort kaufen das Teil. Es würde ihn ganz groß rausbringen meinte er, vor allem die Damenwelt wäre doch sehr entzückt. Ein richtiger Kerl braucht auch ein “richtiges” Halsband.
Ich glaube es geht hier los. Von wegen Nieten und überhaupt. Ich habe Dir hier ein schönes Halsband rausgesucht, das hat auch Nieten und die Farbe unterstreicht deine weibliche Seite. Das wollte er nun nicht, von wegen rosa und so. Also bevor das dann zu einem Streit ausarten sollte, haben wir das ganze abgebrochen und nächste Woche gibt es dann bei Fressnapf ein Halsband und eine neue Leine.
Ja, mit so etwas verbringt man seine Zeit, wenn man Hundebesitzer ist. Wo jetzt der Kaufrausch war? Ein neues Bett braucht der Hund auch, da hat er natürlich überhaupt keine Lust drauf, von wegen gewohnte Umgebung und so. Aber was durch ist, ist durch. Also gab es dieses Teil:
Das ganze ist doch ein guter Kompromiss, also ich meine das jetzt mit dem toten Kopf. Und wenn uns jemand fragt was das soll, sagen wir einfach: “Ist wegen Klaus Störtebecker”, denn dem huldigen wir hier auch, neben den Heiligen Drei Königen.
Ich sehe nur morgen das Drama, wenn der alte Korb hier rausfliegt. Aber ich werde mir wie immer den Spass machen, und zu HerrnMoritz sagen: “Junge, Du bist jetzt alt genug, Du ziehst aus ….”. Und dann guckt der arme kleine Hund mich wieder an – und er darf doch bleiben.
So wie immer …..
Fragen des Lebens …
Was ist das Gegenteil einer asiatischen Frau?
Ein asiatischer Mann oder eine europäische Frau?
Das soll ich wirklich getan haben?
Na, ich glaube so ganz waren die sich auch nicht sicher, denn sonst hätte ich a) eine dicke Geldbuße zahlen dürfen und b) hätte ich wohl keinen Führerschein mehr – zumindest für die nächsten Wochen.
Ich habe das mal auf dem Stadtplan zusammengefasst, also:
1. Rechts abbiegen – Rote Ampel überfahren (ich bin mir keiner Schuld bewusst) 2. Rechts abbiegen – STOP Schild nicht beachtet (ok, das mag sein, mein Gott die 120PS wollen auch irgendwohin) 3. Rechts Links abbiegen – Blinker nicht gesetzt (ich kann mich nicht erinnern) 4. Rechts abbiegen – Blinker nicht gesetzt (hab ich wohl) 5. Wenden auf einer Hauptstrasse – Rote Ampel nicht beachtet obwohl der Bus kommt (Da war keine rote Ampel und der Bus war noch ewig weit entfernt). 6. Rote Kelle des Polizeiwagen Zivilfahrzeuges nicht beachtet (Hallo, die hantieren da mit einer Kelle im Auto und ich soll anhalten? Habe ich nicht gesehen) 7. Ende der Amokfahrt – hier merkte ich das erste mal, das ich wohl verfolgt werde, ich wurde so zu sagen auf unserem Hinterhof gestellt.
Naja, ich glaube ich bin mal ganz still, ausschlaggebend war wohl, das ich zu meinem Führerschein noch den Blindenausweis von Fielmann dazu gelegt habe. Fast hätte ich es mir aber noch versaut, den eine Personenabfrage gestaltete sich als schwierig, das Funkgerät ging nicht und das Handy bekam kein Netz. Das es an “unserem” Mobilfunknetz liegen würde, entlockte mir nur ein: “Eye! …tschuldigung aber ich arbeite für die”, was der eine der beiden überhaupt nicht witzig fand (sie spielten guter Cop böser Cop mit mir). Naja, auf jeden Fall hat sich der “gute” Cop durchgesetzt und ich hole dann mal besser am Freitag meine Brille ab …. kann ja nicht immer gut gehen.
Ich brauche wirklich Urlaub.
Meine größte Angst ist es …
…. zu verblöden. (Der Punkt ist hier stilistisch gesetzt, um dem Leser einen Moment der Ruhe und der Anteilnahme zu gönnen)
Um diese Verblödung aufzuhalten unternimmt man viele Dinge, die aber alle samt mühsam und zeitaufwendig sind, und von A bis Z wird man eh nie alles wissen können. Oder doch?
Buchtip: Britannica & ich von A.J. Jacobs
33 Tausend Seiten, 44 Millionen Wörter, 10 Milliarden Jahre Geschichte ? und 1 Mann, besessen von dem Wunsch, das Wissen der Welt zu erobern. A.J. Jacobs macht sich auf, die Encyclopaedia Britannica von A bis Z zu lesen: Goethe und Pythagoras, die Auster und ein Pantoffeltier, alles wird angeschaut und mit geistreichen Kommentaren versehen. Britannica & ich ist die Geschichte eines tollkühnen Unternehmens.
Letztlich geht es darum, das der Autor sich vorgenommen hat, die gesamten Ausgaben der “Britannica” durchzuarbeiten:
“Zwei Tage nach der Bestellung kommen die Kartons. Es sind drei und jeder einzelne von ihnen ist so groß, dass man eine Klimaanlage darin unterbringen könnte. Ich reiße sie auf und werfe einen ersten Blick auf meine Neuerwerbung. Die Bücher sind wunderschön – schwarz und glänzend, auf dem Rücken in goldgeprägten Lettern das erste und jeweils letzte Stichwort des jeweiligen Bandes. Zum Beispiel: Excretion / Geometry. Oder auch: Menage / Ottawa, was sämtliche Vorurteile hinsichtlich der als lüstern verschrienen Kanadier zu belegen scheint.
Der Anblick der Britannica in ihrer ganzen Pracht und Herrlichkeit nährt nicht nur Julies dringenden Verdacht, dass die Encyclopaedia unseren ohnehin recht knapp bemessenen Stauraum empfindlich reduzieren wird, sondern führt mir obendrein das Ausmaß meines Vorhabens vor Augen. 33000 Seiten, 65000 Artikel, 9500 Mitarbeiter, 24000 Abbildungen, 32 jeweils knapp zwei Kilo schwere Bände, Dünndruck, Großformat. Alles in allem 44 Millionen Wörter.
Um Zeit zu gewinnen, türme ich die Bücher auf dem Fußboden zu einem großen Stapel. Er reicht mir bis zur Brust. Ein Meter 25! Sozusagen ein Danny de Vito des Wissens.
Schön, das andere solche Dinge für mich ausprobieren, ich bin gerade bei dem Buchstaben G. G, wie Geologie.

