Archiv für die Kategorie 'Bücherregal'
Aus dem Bücherregal: Die Giftmischerin
… von Bettina Szrama. Nach dem ich nun 3 Staffeln 24 geguckt habe, war es mal wieder an der Zeit ein Buch anzufangen. 322 Seiten als “Historischer Roman” über die Giftmörderin Gesche Gottfried, Deutschland berühmteste Giftmörderin.
Die Hansestadt Bremen im frühen 19. Jahrhundert. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, intelligent und schön, sehnt sich die junge Gesche nach Glanz und Reichtum. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ihr jedes Mittel recht. Skrupellos und heimtückisch tötet sie alle, die ihrem Erfolg im Weg stehen.
Historischer Kriminalroman
Erscheinungstermin: Februar 2009
Seiten: 324 / Abb.:
12,0 cm x 20,0 cm
Paperback mit individuellem Lesezeichen
ISBN 978-3-89977-791-8
12.90 EUR
Absolut lesenswert, und ein bisschen Verständnis kommt auch für die Frau auf, manches läuft im Leben eben anders, als man sich das vorgestellt hat. Natürlich kein Grund, dem ganzen dann mit Gift nachzuhelfen.
Das Ende ist ja absehbar, und wer den “berühmten” Stein suchen sollte, der bemühe doch einmal Google Maps mit dem Stichwort: “Gesche Gottfried Spuckstein”. Interessant: "Die Giftmörderin Gesche Gottfried wurde 1838 auf dem südlichen Domshof, nahe beim Dom, in Anwesenheit von 35.000 Schaulustigen hingerichtet.”
Da soll mal einer sagen, wir im Norden wären hier unterkühlt.
Aus dem Bücherregal: Der Orientalist
… von Tom Reiss. Ich dachte über Ostern kann ich mir ja mal wieder die Zeit nehmen (ich vermute aber meine Zeit ist schon anders verplant) und ein neues Buch anfangen. Schlappe 465 Seiten als Taschenbuch.
Die ungewöhnliche und extraordinäre Geschichte des Lev Nussimbaum, Autor des Bestsellers Ali und Nino, eines Mannes, der, an der Grenze zwischen Ost
und West geboren, sich ein Leben lang mit der (geliebten) arabischen Welt auseinandersetzen wird.
Ein Prinz aus dem Morgenland war Lev Nussimbaum zwar nicht, aber als "Essad Bey" und "Kurban Said" inszenierte er sich als Abendteurer und Erfolgsautor auf internationalem Parkett. 1905 als Sohn eines Ölmagnaten in Baku geboren, verschlug die russische Revolution Lev nach Berlin, wo er zum Islam konvertierte, Orientalistik studierte und in den zwanziger Jahren zum Star-Autor, unter anderem des noch heute verlegten Bestsellers "Ali und Nino" aufstieg. Nach einem Intermezzo in New York zog er nach Wien, floh vor den Nazis nach Italien und starb 1942 in Positano. Spannend und irisierend erzählt Tom Reiss dieses unglaubliche Leben – und die ebenso abenteuerliche Geschichte seiner Recherche.
Aus dem Bücherregal: Payback
… von Frank Schirrmacher, und passte eigentlich gut, zu dem Thema mit dem ich mich gerade beschäftige.
Warum sind wir im Informationszeitalter gezwungen zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie gewinnen wir die Kontrolle über unser Denken zurück?
Was wollte ich gerade tun? Wieso haben die Dinge kein Ende mehr? Was geschieht mit meinem Gehirn? Fast jeder kennt die neue Vergesslichkeit und die fast pathologische Zunahme von Konzentrationsstörungen. Dahinter steckt sehr viel mehr als nur Überforderung. Wir wissen mehr als je zuvor und fürchten doch ständig, das Wichtigste zu verpassen. Der Mensch ist nicht nur ein Fleisch- und Pflanzenfresser, er ist auch ein Informationsfresser. Informationen sind Vorteile und in der Informations-Nahrungskette siegt der, der am schnellsten und effektivsten Nachrichten sendet und empfängt. Aber diese neue Form des Darwinismus führt dazu, dass wir nicht mehr unterscheiden können, was wichtig ist und was nicht. Wir rufen unsere ganze Lebensbahn immer stärker wie Informationen ab und zerstören so unsere Fähigkeit, mit Unerwartetem umzugehen. Die Frage lautet, ob wir bereits begonnen haben, uns selbst wie Computer zu behandeln, und ob wir damit Gefahr laufen, den Menschen in mathematische Formeln zu verwandeln …
Ich sehe das Buch im Moment (ich habe bisher erst einen Artikel darüber in der ZEIT gelesen) als Teil eines Puzzles, in der Aneinanderreihung von Erklärungen und Erlebnissen von Twitter, Facebook und auch diesem Blog.
Zu oft stand ich in letzter Zeit teilweise fassungslos vor Twitter oder Facebook und habe mir gedacht: “Was zum Teufel geht in den Leuten vor?”
Wenn man dann noch versucht, Leuten die nun überhaupt nichts damit am Hut haben, die Materie verständlich zu machen … und man scheitert kläglich, dann ist es wohl an der Zeit, das ganze mal in ein anderes Licht – in eine andere Richtung zu lenken, für sich selber, einfach mal hinterfragen, Sinn und Zweck des ganze in Frage zu stellen.
Abwarten was daraus wird, den Titel der Artikel habe ich übrigens schon im Writer abgespeichert: “Das Web 2.0 Leben ist eigentlich zu hart …… um es selber zu leben.”
Aus dem Bücherregal: Eine Amerikanerin in Paris
… von Elaine Dundy. Ein Klassiker, den jeder gelesen haben sollte.
Für Elaine Dundy liegt nur ein Frühstück zwischen Tiffany und der Seine, an deren Ufer sie das wilde Leben kennenlernen will. Mit dem unbedarften Charme von Truman Capote, einem Pony von Audrey Hepburn und der Eleganz der Fifties bringt sie die Stadt der Liebe zum Vibrieren. In Amerika wurde der Roman ein Klassiker.
»Ich habe aufgestöhnt, losgeweint und mich totgelacht« Groucho Marx
Mich hat eigentlich nur gewundert, das mir der Thalia Verkäufer einen Katalog inkl. einem Online Gutschein in die Hand gedrückt hat. Ist dem nicht bewusst, das er damit seinen eigenen Job wegrationalisiert? Egal, Bücher werden nicht online gekauft, die muss man vorher in der Hand gehabt haben, um zu fühlen ob sie auch zu einem passen.
Günther hat sich verkleidet …
Wovon lebt eigentlich Günther Wallraff, wenn sein neues Buch bereits im ZEIT Magazine in Auszügen abgedruckt wird? Das kauft doch dann kein Mensch mehr … sollte auch keiner tun, denn langsam wird es mehr als ermüdend, aber der Reihe nach.
Das ganze fing ja mit dem Buch “Der Aufmacher” 1977 an. Damals war es etwas völlig neues, unter einer falschen Identität, sich Zugänge zu verschaffen und draus aufzudecken. Schöne Geschichte, dieses Bild der BILD prägt heute noch meine Einstellung zur BILDzeitung.
1985 erschien dann das Buch “Ganz unten” welches ich merkwürdiger Weise zwei mal in meinem Bücherregal stehen habe (????).
Elf Jahre nach seinem ersten Anlauf in der Ausländerrolle erlebte Günter Wallraff 1984 bundesdeutsche Wirklichkeit aus einer Perspektive, die Deutschen sonst nicht zugänglich ist, und machte Erfahrungen, die eher an das südafrikanische Apartheitsregime erinnern als an den vielgerühmten demokratischen Rechtsstaat.
Zwei wirklich gute Bücher, die jeder einmal gelesen haben sollte.
Dazwischen gab es einige Publikationen, unter anderem auch die Geschichte, wo der Günther sich als Obdachloser verkleidet, welche ich auch in der ZEIT oder im SPIEGEL gelesen habe.
Jetzt also sein neues Buch: “Aus der schönen neuen Welt”. Was hat Günther gemacht? Er hat sich als “Schwarzer” verkleidet und sich unter das “Volk” gemischt, bei einem Fußballspiel in Cottbus, auf Wohnungssuche in Köln, in einer Kneipe in Rosenheim und bei einer Behörde in Berlin.
Aus dem Bücherregal: Die Wohlgesinnten
»Ihr Menschenbrüder, lasst mich euch erzählen, wie es gewesen ist.« … von Jonathan Littell. Hm … 1400 Seiten als Taschenbuch liegen vor mir. Ich glaube, mehr als 1400 Seiten geht nicht, der Buchrücken würde das wohl nicht aushalten. Ich hatte das Buch damals schon in der Hand, wollte aber dann doch warten bis es als Taschenbuch erscheint. Selbst das Taschenbuch kostet noch 18,00 Euro, aber in Anbetracht der 1400 Seiten ist das wohl in Ordnung.
Die Wohlgesinnten sind die fiktiven Erinnerungen des SS-Offiziers Maximilian Aue, Sohn eines deutschen Vaters und einer französischen Mutter, promovierter Jurist, frühes NSDAP Mitglied. Es sind die verstörenden Erinnerungen an die Schauplätze des Zweiten Weltkriegs und an das Grauen der Verfolgung und Vernichtung der Juden von 1941 bis 1945, an die Einsatzkommandos und Massenhinrichtungen in der Ukraine, und im Kaukasus, an Babi Jar, den Kessel von Stalingrad, an Ausschwitz und Krakau, das besetzte Paris und das kriegszerstörte Berlin. Es sind die Erinnerungen an all seine Begegnungen mit den Nazi-Größen: an Himmler, in dessen Persönlichen Stab Aue 1943 aufgenommen wird, an Abendessen mit Eichmann, an Höß und Speer. Es ist ein erschreckend detailgetreuer Roman über die nazistischen Verbrechen erzählt aus der Perspektive eines Täters, der sich nach Kriegsende in eine sichere Existenz nach Frankreich gerettet hat.
Letztlich ist das Buch sehr kontrovers bewertet worden, ich für meinen Teil, habe es nach Seite 371 erst einmal zur Seite gelegt, ist halt nicht der richtige Lesestoff für Urlaub, oder ich bin mit dem Thema irgendwie durch. In Wikipedia gibt es einen sehr guten Artikel über dieses Buch, wer also näheres erfahren will, sollte dann hier klicken.
Hoffmann & Campe
Ich hatte ja vor einiger Zeit über meinen Buchgewinn geschrieben, und was soll ich sagen, selbst 4 Wochen nach erscheinen des Buches – nichts gehört. Also mal rasch angefragt, ob, wie und überhaupt.
Die Antwort kam dann auch per Mail:
das wirft echt kein gutes Licht auf uns. Entschuldigen Sie diesen chaotischen Eindruck, eigentlich dachte ich immer, wie hätten das meiste soweit im Griff… Jedenfalls bekommen Sie jetzt, wenn auch zu spät, eine kleine Sendung, ich gehe davon aus, daß Sie noch in dieser Woche bei Ihnen eintrifft.
Na, es gibt doch schlimmeres, aber ich war natürlich gespannt. Letzten Freitag kam dann das Päckchen, und ich war unmittelbar begeistert. Nicht nur das ich das Buch “Der Brenner und der liebe Gott” bekam, es lag noch “Landesbühne” von Siegfried Lenz, “Bibliothek der unerfüllten Träume” von Peter Manseau und der Bildband “Kleine Leute in der grossen Stadt” bei. Ich war unmittelbar begeistert, im Gegensatz zu meinen Brüdern die solche Päckchen wohl mehr als unnütz finden.
Also, Susanne und Markus – nochmal recht herzlichen Dank, fand ich eine schöne Aktion.
Merke: Mit einem Buch kann man dem HerrSch. immer einen Gefallen tun.
Aus dem Bücherregal: Der Schläfer
… von Daniel Silva. Es gibt Bücher, da muss man sich wirklich die ersten 30 Seite quälen, und dann legt man es nicht mehr aus der Hand. Dieses Buch ist eines davon.
Gabriel Allon hat Pech gehabt. Soeben hat ihm ein Kunsthändler 200.000 Pfund für die Restaurierung eines Gemäldes geboten, hinter dessen fast undurchdringlicher Verschmutzung er mit kundigem Blick den Pinselstrich des Altmeisters Rubens erkannt hat. Jetzt sitzt er in einer Kirche in Venedig seinem anderen Auftraggeber, Shamron, gegenüber, der ihn an sein anderes, weitaus gefährlicheres Leben jenseits der Kunst erinnert. Shamron zeigt Gabriel Allon Bilder: Allon auf dem Campo di Ghetto Nuovo, im Restaurant, beim Verlassen der Kirche San Giovanni Chrisostomo. Kein Zweifel: Seine Gegner, die Gegner des Staates Israel, haben ihn enttarnt.
Die Fotos mit Allon entstammen einer CD, die in Zusammenhang steht mit einem grausigen Anschlag auf die israelische Botschaft in Rom. Agent Allon wird mit der Aufklärung des Falles betraut. Der palästinensische Freiheitskämpfer und Terrorist Chaled al-Chalifa, von dem nur ein Kinderbild existiert, scheint der Drahtzieher zu sein. Allon macht das, was er auch als Restaurator macht, wenn auch mit anderer Intention: Schicht für Schicht legt er hinter dem nebulösen Schmutz des Anschlags die Wahrheit frei, bringt Licht ins Dunkel, entlarvt den spezifischen „Pinselstrich“ al-Chalifas — und muss erkennen, dass der „Mann ohne Gesicht“ einen noch schlimmeren Anschlag plant und darüber hinaus ein grausames Spiel mit ihm spielen will...(Quelle:Amazon.de-Redaktion)
Absolut spannend geschrieben. Man bekommt einen Einblick in das Leben in Israel und bekommt ein Gespür dafür, das es nicht lustig ist, wenn man z.B. in einem Cafe sitzt und jeden Moment damit rechnen muss, das eine Bombe explodiert. Ein absolutes Highlight des Romans ist, als der Protagonist Jassir Arafat trifft.
Lesenswert.
Aus dem Bücherregal: Jedermann
… von Philip Roth. Das ganze war eigentlich anders gedacht, wollte ich doch den “Jedermann” von Hugo von Hofmannsthal lesen. Manchmal ist der Griff in das falsche Regal doch die richtige Wahl.
Sein Name bleibt dem Leser unbekannt. Die Rückblende auf sein Leben beginnt mit seiner Kindheit, in der er als Neunjähriger erstmals mit dem Tod konfrontiert wird: im Krankenhaus, in dem sein Bettnachbar, ebenfalls ein Junge, nach einer Magenoperation stirbt. Aus dem zuverlässigen Knaben, der für seinen Vater, der einen Juwelierladen besitzt, Diamanten im Umschag per Bus zum Goldschmied bringt, wird ein erfolgreicher Art Director in einer New Yorker Werbeagentur, zu dessen Welt Shootings, Reisen, Models und Sex gehören.
Der Roman erzählt von Scheitern und Reue, vom Altwerden, vom Verlust der Gesundheit und vom Nicht-akzeptieren-Wollen des eigenen Todes. Das erstaunliche ist, dass es der Autor geschafft hat, ein solches Jedermann-Leben auf nur 170 Buchseiten umfassend zu beschreiben.*
Absolut lesenswert, im Denken ist man hinterher ein Stückchen weiter.
*Freundlich übernommen aus der Rezension von thalia.de Warum soll man Texte neu schreiben, wenn es sie bereits gibt.
So geht es ja auch …
In meiner »Following Liste« auf Twitter steht auch der Verlag Hoffmann und Campe. Grundsätzlich eine interessante Geschichte, geht es doch hier hauptsächlich um Bücher, somit hat das ganze auch einen Informationsgehalt. Letztens kam dann über TweetDeck folgende Nachricht rein:
Der schnellste gewinnt den neuen Wolf Haas:” Der Brenner und der liebe?” Wer den lieben weiß: per Directmessage an uns!
Als belesener Mensch war das natürlich nicht schwer, ist doch des Rätsels Lösung das Wort »Gott« gewesen. Also schnell getippt, das Buch sollte doch mir gehören … aber, das ging nicht. Denn Merke: Nur wer Dir auch »folgt« dem kannst Du eine Directmessage schicken. Verdammt, wohl Pech gehabt oder wie?
Nö nö … nicht mit mir. Also eine Mail an Hoffmann und Campe geschickt: